I forget all of your vain pretences

Einundzwanzig.

Ich lese wieder, sie hört wieder zu, sie nickt, danach reden wir über das, was sie gehört hat. Dann rede ich von Noah und sie fragt mich, wie es die Tage so lief. Ein Satz pro Tag, eigentlich sollten es zwei sein, meint sie, die gesunde Stärkung meines Selbstwertes, damit machen wir nach dem Vorlesen und Diskutieren über das Vorgelesene weiter. Die Befürchtung, dass ich zu fordernd sei, entgegengestellt einem go slow to go fast, das ist mein Motto, sie findet es schön, dann fragt sie mich, was Noah sagen würde zu dem inneren Kritiker, wenn er sagen würde wieso machst du denn weiter? Weil du zu viel wert bist, als dass du (dich) jetzt aufgibst. – Und was bist du wert? – Viel mehr als die Summe deiner zusammengeklebten Einzelteile, der Fingerabdrücke in den Herzen anderer, der Worte, die du aussprichst. – Und wem bist du etwas wert, außer dir selbst? Und dann wusste ich keine Antwort mehr für dieses künstlich kreierte Zwiegespräch des inneren Kritikers und meines „wohlwollenden Begleiters“ Noah. Das hat etwas getroffen. 
Gespenster.
auf der anderen seite
der scheibe kleben
unwirkliche gesichter
entworfen anhand eines
surrealen lebens
wenn sie uns dann auffinden
starrend auf ihre punkte
kriechen sie mit uns durch die stadt
bis wir diese röhre verlassen
sie weiterrollen weiterleben
im vorbeifahren beweglich
manchmal bin ich froh wenn sie
uns begleiten wenigstens ein kleines
stück des weges in dieselbe richtung
ohne zu widersprechen ohne unterton
ohne vorwurf mit transparenz
sie sind transparent bis wir sie abschälen
mit anderen abgeklebten konturen
folgen mir neue gesichter
durch die vereiste stadt

2009
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there’s nothing in the water we can’t fight

Untitled by smallcutsensations

Untitled by smallcutsensations

Untitled by smallcutsensations

die letzten nächte fieberträume, schlaflosträume, sehnsuchtsträume, vor den beiden großen fenstern nach norden regentropfen wie bindfäden und zwischen scheiben und bett all die bücher mit worten und bücher, die du angefasst hast. meine handschrift und das klingeln in den ohren, noch kreativer als sonst.
einen teil unserer reise könnt ihr auf unserem blog mitverfolgen – take me somewhere nice.
ich zähle
  mit dir
all die bettwäsche
von ikea in der
ich gerne
  mit dir
liegen würde
deine finger
  in meiner haut
//
im nachgang noch etwas in eigener sache – ihr findet einen text und ein foto von mir in der aktuellen ausgabe des wunderbaren digital only myp magazines. link hier.

water is my eye

Untitled by smallcutsensations

mit dem finger
über kanten fahren
sich schneiden
ohne dass es blutet
glattstreichen einer decke
die nicht auf dem tisch liegt
stolpern auf gerader strecke
ohne hinzufallen
je länger ich hier bin
desto heftiger die erinnerung
an all den destillierten
schmerz in der brust
der vorherigen jahre

//

(ich glaube, das hier ist ein rückfall.)

my thoughts run fast at hefty speeds

Untitled by smallcutsensations

zersplitterte enden und
fehlende anknüpfungspunkte
der griff ins leere wenn
es genug zum festhalten gibt
fremdes an den haltestellen
aufgebrochene verhaltensweisen
muster meines antlitzes
bis zur unkenntlichkeit
verkannt belastet durchgelaufen
möchte das behalten
angestrengt
mitschreiben bis die
fingernägel glühen
darf ich?
aussehen
raussehen zum etwas
hineingehen
eingehen vom atem