and whatever we say, we show no emotion

Untitled by smallcutsensations

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Ich beobachte die Schienen, die neben der S-Bahn, mit der ich fahre, zusammenlaufen, sich trennen, ein Gemälde ergeben. Der Zeitpunkt, an dem ich das erste Mal wirklich Sehnsucht habe; nach Hause, aber ohne Heimweh. 
Und dann sitze ich am Ende nachts in der U-Bahn, starre durch die im Fensterglas gespiegelten Mitreisenden in die vorbeirasende Dunkelheit und stürme mit dem Zug und allen anderen in einen hellen Tunnel aus Licht, der mir das Herz bricht, wenn ich ihn verlasse. Und die Menschen? Ja, die Menschen sehen doch alle gleich aus, egal welche Haar-, Haut- oder Kleiderfarbe sie tragen, sie vermischen sich alle  und erinnern mich am Ende an jemanden, den ich nicht benennen, aber kennenlernen will. Dann weiß ich, dass sie alle in eine einzige Richtung fahren, in eine einzig große, sie alle anziehende Masse, die sich mehr und mehr ausweitet. Es ist egal, ob man nach Norden oder Süden fährt, für mich gibt es keine bestimmenden Himmelsrichtungen mehr. Doch manchmal vermisse ich sie. Die Anderen. Jeder beginnt irgendwann einmal, sie zu vermissen, sei es auch nach langer Zeit, am Lebensende oder kurz nach der Begegnung mit Glück, Liebe oder Tod.

2006.

and there’s a place where all lines
find their end
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