looking too closely

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in meinem Kopf sitzt ein Dämon, ich habe ihn eingeklemmt
damit er nicht gehen kann
und ich mir sagen kann, dass das alles schon irgendwann vorbei geht

Wie man als kleines Kind im Hausflur, nein, im Wohnungsflur lag und dem Hund beim Sterben zusah und alles dunkel war in diesem Flur. Sich noch nicht einmal im Ansatz das Orange der Markise in die Augen gebrannt hat wie sonst. Orange-Gelb. Oder das Fruchtfleisch in dickem Orangensaft. Als hätte man nicht geahnt, dass das ein einschneidender Moment ist. Als hätte man nichts von alledem jemals geahnt.
Dann: mir gegenüber die einsamen, lesenden Männer dieser Welt. Ja, als hätte man nicht geahnt, dass dieser dunkle Flur und der tote Hund darin seine Schatten vorauswerfen würden. Denn irgendwann kommt man dann an, im Raucherabteil der anderen Leute, dem, was eher in den Leuten drin ist.
Wie man auf einmal froh ist, nichts gerafft, nichts gekürzt zu haben. Jedes Mal diese Sieche vor Augen, ich mag niemandem so recht davon erzählen. All die verschiedenen Krankheitsschlüssel. In meinem Echo die Angst vor allen von ihnen, vor allem von denen von F32.X bis F33.X.

Dann sagte sie: wie soll man sich um jemand anderen kümmern, wenn man sich noch nicht einmal um sich selbst kümmern kann?

Der Panther in mir drin, im Käfig, so viel hineininterpretiert. Armer Rilke. Kein Bordrestaurant, die Caddies dieser Strecke und das Problem mit dem vor Stunden frisch gebrühten Kaffee, den auch Stunden später niemand trinken will.
In meinem Kopf tigert es hin und her oder hat jemals irgendwer dir beigebracht, die Signal- und Tastentöne deines Telefons auszuschalten? Trost könnte es geben, spenden. Wir gehen in Museen, wir hatten uns doch nur gedacht, dass wir eventuell die neue Kunst beobachten. Sitzen in und starren auf, weil: leben durch die Sonne. Viel zu schnell geht man vorbei, gehen sie vorbei. Die Brötchen dieser Welt, dieses Zuges. Nein, wir haben uns das nicht so gedacht, hat man sich etwa jemals etwas gedacht?

Wie oft kann man abgewiesen werden, ohne, dass man davon Schaden nimmt? Die Haare hängen fest an den Türen, herausgerissen vielleicht, als er mit sehr unscheinbarem Schritt in den Zug stieg. Oder eventuell sind sie von einem anderen Mann, dem mit den schwarzen Rändern in den langen Fingernagelrillen. Eine Projektion in meinen Wohnort.

Manches wächst dann in einem drin. Auf der Schulbank sitzen in diesem relativ düsteren Haus in der Nähe eines mit Kopfsteinpflaster belegten Marktplatzes. Zierbepflanzung an allen Fenstern jeder Häuserfront. Rote Blütenblätter, die auf den Gehweg fallen, dabei ein einziger Gehweg: die Straße.
Erfahren, um erfahren zu können – Andacht und Ehrfurcht. Der Wunsch nach einer ähnlichen Biografie, der Wunsch nach einer anderen Biografie. Dieses eine Buch in den unterschiedlichsten Ausgaben, drei Silben. Das andere, wenn man den Artikel entfernt, ebenso.
Aber das Bewusstsein – der Name folgt, verfolgt: lebenslang. Auf Ausweisen, auf Dokumenten von früher, schlichtweg kann man konstatieren: der Name wohnt weiterhin im Hinterkopf.
Ich denke, dass das eine Zäsur sein kann. So wie eben dieses eine Buch, dieser eine Roman eine Zäsur war im Denken und Schaffen. Was Faust I nicht vollbringen konnte, deuteten eben diese drei Silben an. Warfen ihre Schatten voraus, das Jahr der Sonnenfinsternis. Ohne Brille, danach die Kurzsichtigkeit. Wie man früher dachte, man könnte die dunkle Seite des Mondes sehen, erahnen.

Im Kopf aber wieder diese unsäglich vielen Blütenblätter, Spätsommer und nach Seewasser riechende Haut. Als hätte der Autor in mich hineingesehen, in meinen inneren Spiegel geschrien. Der Sommer, als ich mit dieser einen Schreibmaschine zurück in meinen Geburtsort fuhr.
Gespräche über Krisen und Intervention. Eventuell war diese Zäsur auch eine für den Autor, ebenso eine Intervention nach einer Krise.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Auszeit oder Therapie. Oder beides. Aber es ist so, dass ich dann das Gefühl hätte, denen, die es dringender brauchen, den Platz wegzunehmen. Der Assistenzarzt, der mir gegenübersitzt und mir vom Krisentelefon erzählt, von diesen drei Sitzungen, von diesen drei Zusatzterminen. Das wäre dann erstmal keine Therapie, das wäre erste Hilfe. Nehmen Sie das bitte wahr. Sie sind scheinbar immer noch in der gleichen Krise. Und wie haben Sie das eigentlich bis jetzt ausgehalten?
Die Gardinen, die das Altbauzimmer so irritierend abdunkeln, sind keine Gardinen, es sind Plastikstreifen, die von der Decke hängen. Starren auf die großen weißen Zähne des Arztes. Ich habe vergessen, wieso ich hier bin, trotzdem beginne ich zu weinen.

and I could be wrong about anybody else
so don’t kid yourself, kid yourself
it’s you right there, right there in the mirror
you don’t wanna hurt yourself, hurt yourself

Landungsbrücken raus

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Mitte Mai war ich in Hamburg. In manchen Momenten war es dort sehr schön.
Weil ich mich noch zu lebendig daran erinnere, wie es war, in der U Reeperbahn fast zu ersticken, da etwas die Atemwege blockierte. Weil die Landungsbrücken genauso riechen wie vor ein paar Jahren, nur liegt der Baustaub etwas schwerer in der Luft. Weil der Zauber mit zunehmendem Alter gewichen ist, bleibend nur das Glitzern des abendlichen Elbwassers, irgendwie diesig, die verqueren Musicalpilgerstätten auf der anderen Seite des Ufers. Im Rücken der Michel, Planten un Bloomen wie ein Mahnmal in den Adern.

Und dann, auf einmal: Nacht im Kopf. Weil es nichts mehr gab, an dem man sich festhalten konnte. Weil die Worte der Anderen nicht die Worte meines Einzelnen waren. Weil sie mich umarmten und mir sagten, sie hätten sich eine Tochter wie mich gewünscht. Weil sie mich mit ihrer Wärme überspülten, weil ich in der Kälte gefangen war. Die Hacken noch nicht einmal blutig.

Ich hätte nicht alleine fahren dürfen. Aber wie hätte ich dir das sagen sollen?

Die Erinnerungssplitter liegen herum, ich tret rein



Und verblutend am Elbstrand, die Getränke sind alle


Noch ein letztes Mal Winken auf dem Weg aus der Leichenhalle

Immer zu viel oder zu wenig in mir
(Kettcar – Landungsbrücken raus)