about loving darkness

Untitled by smallcutsensations

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Sommer 2013, Dresden
Agfa XRG 200-N (expired 02/2005)

∆ 10

Weil ich dich nicht beunruhigen will, erzähle ich dir nichts von meinem Tag. Ich vermeide es allgemein, dir zu viel zu sagen, weil ich weiß, dass du meine Fährte aufgenommen hast, die Flinte im Korn riechst.
Du stellst Fragen, auf die du mir auch keine Antworten gibst. Ich stelle sie dir ebenso und trotzdem. Von vielem weiß ich, aber ich sage nichts. Das wäre unfair.

Weil ich nicht im Winter aufwachen will, verschlafe ich alles, lasse die Türen und Fenster zu. An meinen Wänden taucht der Tag auf wie ein monochromer Farbverlauf, der es gerade so über meine Fensterbretter schafft, aber nicht in mein Gesicht. Ich mag es nicht, wenn es mir die Augen zu sehr blendet. Denn die Listen, mit deren Abarbeitung ich beschäftigt bin, sitzen auf und neben mir wie all die Worte, die ich zwischen den Zeilen lesen kann und wegignoriere.

Weil ich nachts immer Fieber und Schüttelfrost habe, möchte ich in der Wärme bleiben, bevor sich die Kälte, die von außen, die mancher Menschen, wieder in meine Knochen frisst. Dabei liegt es nur an den kleinen Gesten, die man selbst ebenso initiieren kann; ich denke, dass du das weißt. Dass man deshalb so viel erzählt, was eigentlich nicht von Belang ist. Dass man sich nicht traut, Dinge zu sagen, die man nicht zurücknehmen kann. Andere nennen das Angst oder Hemmung, ich habe das schon lange in alles implementiert, was ich berühre. Eventuell schließt das Andere mit ein.

Deshalb.

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