Johnston Sans

Untitled by smallcutsensations

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∆ 24

Mein Haar ist zu schwer, es drückt mir auf den Kopf und es zieht sich selbst nach unten. Ich beobachte, wie die Eiswürfel im Glas meines Gegenübers anfangen vor sich hinzuschmelzen. Er stellt mir Fragen und ich meine, so zu antworten, wie es sich richtig anfühlt. Über uns lachen sie, weil auf der anderen Straßenseite ein halbnackter Mann steht, der auf einer Handpfeife spielt. Der Abend ist warm, ich denke an letzte Woche.
Ich erinnere mich an London, weißt du, ich stand oft in der Schlange im kleinen Sainsbury’s in Charington Cross Road und wie ich diese Panikattacken hatte, wenn das Licht flackerte und die Abreise näherrückte, machte damals keinen Sinn, es macht selbst jetzt noch keinen Sinn. Das Hinterfragen von dem was vor sechs Jahren geschehen ist bringt mich nicht weiter. Auf dem Bildschirm über den Kassen lief immer Chocolate von Snow Patrol, die Worte kann ich noch immer auswendig.

Bewegungsmuster also, drei Mal in sechsundzwanzig Jahren, Wichtigkeit hier, Jahreszahlen da. Ich mag nicht um Zuneigung betteln müssen. Das Leere füllen, Unendlichkeit begrenzen, dafür sind wir zu menschlich, das ist da drin, tief im Kern. Ich mag mich nicht immer und ständig offenlegen müssen, das tut selbst mir weh.

Die Profile sind es also, am Morgen sind sie es immer. Der Mann, der an einem der Poller steht, gegen die ich immer laufe, sieht aus der Ferne aus wie Ai Weiwei. Und an den Hauswänden entlang kriecht die Magie von mir in eine dir bekannte Richtung.


I swear I’ll never give in, I refuse
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