my backwards walk

Untitled by smallcutsensations
Tanja, Frankfurter Allee, Juli 2014

Berlin, ich wasche meine Adern rein. Keine Fremdkörper mehr, keine Teile, die nicht in meinen Körper gehören. Berlin, ich wasche mir die Seele aus dem Blut. Als hätte man es nicht geahnt, rumort es dabei fleißig in einem drin, das Rattern der Untergrundbahn in meiner Peripherie. Frühe Tage und ein etwas verschlafenes Fragen danach, wie es jetzt weitergeht. Als hätte man seine Unschuld an den Chemiekäse verloren, der in Scheiben in Plastik abgepackt ist.
Der kleine Exorzismus für unterwegs, das kann man besonders schlecht, also wählt man die langanhaltend schmerzhafteste Variante. Gelernt hat man es schließlich nicht anders. Das Glauben daran, dass alles gut wird, ein wenig verwaschen, aber noch da.
Durchleben verschiedener Altersschichten, wie man sich immer absichert, dann aus Leben herausgeschmissen, herauskatapultiert wird.

Ich bin etwas unterkühlt, das machen die Weichen in mir drin.

Berlin, ich hätte es wissen müssen. Zwischen unseren Füßen lag schon am Anfang Lametta, lag am Anfang schon Konfetti. Das war das Zeichen. Dass ich zu früh gefeiert hatte. Zu früh für bare Münze nahm, was ich fühlte, was man mir sagte.
Berlin, du bist mein Krankenhaus, mein Rattenköder, meine Ruine.

and I’m knee-deep in it

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