your fake name is good enough for me

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New York City, 25.5.-2.6.2012
I don’t want to own him

or control him
I just want our souls to be aligned
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where I found you

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Future Islands, July 2011

Vor Ewigkeiten Future Islands im Beatpol; der Sommer hatte gerade angefangen, war aber schon kaputt. Eine bessere Begleitung gab es nicht. Immer die theatralischen Bewegungen bei schummrigem Licht, alles floss zusammen. 

you know I loved you
and I still do
look back, look back

the modern leper

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achtunddreißig
Seit es Frühling ist, ist der Knoten geplatzt; es sprudelt heraus aus mir wie ein Wasserfall und manchmal überschlage ich mich wegen meiner eigenen Worte, da ist mein Gehirn schneller als der immer langsamer werdende Mund. Ich sage ihr, dass es mir wirklich gut geht, auch wenn ich ein Tief hatte letzte Woche. Das Tapeten-Ich, sie versteht und nickt. Die verschiedenen Ebenen der Kommunikation, das nehmen wir wieder auseinander. Und was sagt Ihnen das über den Sprecher? Gut heißen kann ich es nicht und es macht mich sauer. Sie schafft es wieder, mich zu beruhigen. Ihren Kern, Ihren für Sie schmerzhaften Kern haben wir schon genug gepikst. Vielleicht habe ich das schon immer getan, vielleicht habe ich es nie anders gelernt.
Im Anschluss eine Kosten-Nutzen-Rechnung, ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht doch einfach hinschmeißen soll. Wenn Sie es vergleichen, sind die Kosten für einen Abbruch höher? Ungemein, ja. Sie sagten bereits, dass der Sommer für Sie hart und anstrengend wird. So einfach kann ich mich nicht aus der Affäre ziehen. Das wird ein Sparflammenstudentendasein und das werden lange Tage in der Bibliothek; wenigstens ist es dort klimatisiert.
Ich lese ihr meine Antwort vor, auf die bin ich nur teilweise stolz, weil man zu tief in den Schlund dieses verdammten schwarzen Lochs im Kopf schauen kann. Eigentlich müsste ich es umbenennen, es ist kein schwarzes Loch mehr, zunehmend kann ich es kontrollieren, für mich ist es aber kein schwarzer Hund, es ist ein schwarzer Tümpel, eine Art Vorhof zum Treibsand? Sie beruhigt mich. Ich denke einfach, dass es zeigt, wie viel Vertrauen Sie in die Person haben. Ja, stimmt. Und Angst davor.

Es wird keine Verlängerung geben, vor mir liegen insgesamt noch sieben Sitzungen, wir werden die Abstände zwischen ihnen ziehen. Ich glaube, dass das heißt, dass ich gesünder bin als noch vor vier Monaten; ich glaube, dass das heißt, dass ich eine gute Prognose habe; ich glaube, dass das heißt, dass mein Weg bis hierhin für mich der richtige Weg war. Ohne Antidepressiva, zwar mit kurzem Klinikaufenthalt, aber ebenso mit Lerneffekt und ebenso mit langfristiger Selbstkontrolle durch Reflexion; eine andere Art der Reflexion, kein Selbstzerfleischen mehr, eher ein Konstruieren der Gedanken in andere Formen. Ich werde mich weiterausbluten, nur nicht mehr in mir selbst sondern dank anderer Medien, dank einer anderen Form von Körperlichkeit, einer, die nicht meine eigene ist. Ich denke, dass das gut ist, ich denke, dass das heißt, dass ich viel stabiler bin, als ich immer dachte.

you’re not ill
and I’m not dead
doesn’t that make us a perfect pair?

household goods

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Labskaus.
Oder an einem anderen Tag, Fragmentfortsetzung

Ich glaube, du hast mich aus dem Zug geworfen, dabei habe ich nur gefragt und geatmet und gewartet auf was auch immer du mir erzählen willst. Und all das in voller Fahrt.

Every where I look, I just see you, on your own
All that it took, was one call, from his phone
Forgive me if I’m wrong, but you look shit, all alone

avus

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siebenuhrzwei & sechzehnuhrvierunddreißig

Das ist die andere, die meinen Namen trägt; ein Echo, das sich durch den leeren Raum kegelt wie eine Boulekugel. Es fehlen die positiven Begriffsbesetzungen; intradiegetisch-homodiegetisch, noch mehr kann man nicht involviert sein. Digitales Abbild, vielen Dank, wir haben schon vergessen, wer ist. Sommer neben Fenstern, die man nicht öffnen kann; Stau, die Griffe sind schon längst demontiert, meine Sprache tut das ebenso, auf Schienen fährt alles aneinander vorbei, ein Leben in Parallelen.

Sie verlegen die Platten im Rohbau, warst du jemals mehr als eine Skizze oder warst du sogar viel weniger als das? Antworten, ich will keine mehr, meine Impulskontrolle, Kilometer entfernt war das Schmerz, Wut; die, die nicht meinen Namen tragen aber so aussehen wie ich, weniger als ein Echo und die Altbauhäuser zu Tode saniert.

Hier atmet man ein, dort atmet man aus. Und am besten habe ich das selbst hinbekommen mit meiner Dekonstruktion. Irgendwann rollen sie bestimmt auch eine weitere Schicht Straßenbelag über mir aus. Dann kann man zusätzlich in der Hitze die Luft flackern lassen, das Stemmen war nicht genug.

Das Abstrahieren hat man wohl gelegentlich mit einem Abhaken verwechselt; sie sitzen auf den Treppenstufen, die man mal mit einem Gefühl von Zugehörigkeit benetzt hat und je öfter man darüber nachdenkt, desto mehr wird auch dieses Konzept zu einer unwiederbringlichen Vergangenheit. Das ist gut so, viele schmerzen sich durch einen Dickicht, in dessen Raum sie sich noch bewegen, weil das Konzept dieses Raums altvertraut ist.

In der Straßenbahn wird mir schlecht, Sonnenbranddokumentationen – keine besonders guten. Ausgeschlossen ist lediglich die Möglichkeit einer olfaktorisch positiven Überraschung, mir fehlt der Geruch von Zimt und wird immer schwindeliger, Eindrücke können das nicht sein. Sparflammenexistenz, dabei sind die Liter Wasser nicht mehr von Relevanz. Das ist das Hintergrundgeräusch und das ist der Druck auf eine Glasfläche, ein stetes Rauschen, das nicht an mir vorbeigeht. Versprochen hat es keiner, sich daran gehalten erst recht niemand und Sinn hat vieles noch nie gemacht.

Guten Tag, mein Name ist Fernweh, ich habe mich hier so eingenistet. Permanent, damit es immer schön zwiebelt, bei jedem Schritt.

eulogy for evolution

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sechsunddreißig
Es war hart und im Nachhinein möchte ich nicht wirklich über diese Sitzung schreiben. Sie hat mich ins Mark getroffen, die Artikulierung von all dem, was mich umtreibt, was in mir drin schmerzt, wenn man es zulässt. Für ein paar Minuten erzählt sie und ich sitze da und bekomme keine Luft mehr, ob das Panik war, weiß ich nicht, aber es geht um die Symbolik von Menschen in meinem Leben und es geht darum, ob man diese Symbolik nicht auch einfach hinnehmen und auf andere Menschen transferieren kann. Ich sage, dass ich diese Annahme noch nicht bestätigen kann, weiß aber eigentlich, dass ich schon lange nur noch an der Symbolik festgekrallt habe.
Es wird Sie treffen, wenn Sie sehen, wie es bei anderen ist. Vergessen Sie nicht, manche Wunden heilen nicht. Denn es gibt Menschen, die aufgrund biologischer Begebenheiten nie durch andere ersetzt werden können. Da sticht es etwas, das war mir jedoch von Anfang an bewusst.
Im Anschluss habe ich Zeit, Licht zu dokumentieren, eine halbe Stunde lang. Die hohe Straße gebärt sich gerade wieder von Neuem, immer diese Bildfiguren, Synästhesien, wo man sich auch nur hinwendet.

siebenunddreißig
Wie geht es Ihnen? Ich sitze im Sonnenlicht, denke an die Fotos vom Therapieraum, die ich letzte Woche gemacht habe, minutenlanges Liegen auf dem Rücken auf dem Parkett. Auf einmal erscheint mir die Frage nach der Begreifbarkeit eines Raums gekoppelt an mein Entdecken dessen, wenn ich Zeit habe, auf die Decke zu starren, die Augen zu schließen und ich die Stille in den einzelnen mehr oder weniger entfernten Ecken des Raums hören kann. Es schockt mich, dass zu sagen, aber es geht mir sehr gut; erzählen muss ich trotzdem etwas. Als ich nach langer Zeit wieder Luft hole und fertig bin, schaut sie mich an und zieht die Augenbrauen hoch. Keine Bange, genauso habe ich auch reagiert, sage ich ihr. Wie geht es Ihnen jetzt? Wie gesagt, es schockt mich, aber es geht mir wieder richtig gut. Letzte Woche ging es krass in die negative Richtung, deshalb musste ich einfach sagen, dass mir etwas nicht gut tut. Sie haben gut reagiert, Sie wehren Behauptungen ab, die für Sie allgemein nicht annehmbar sind und Sie kategorisieren ganz klar nach „das tut mir gut, das tut mir nicht gut“.
Ich würde am liebsten sagen, dass ich mir gerne einen Boxsack kaufen würde, um meine Aggressionen ablassen zu können. Stattdessen: so muss ich nicht mit mir umgehen lassen. Ja, da sind zwei Ansätze – Sie sortieren für sich aber sehr gut aus, dass der Großteil dessen, was Ihnen an den Kopf geworfen wird, einfach nicht stimmt. Auf der anderen Seite haben Sie jemanden, der gerade um sich schlägt, während derjenige um sich kämpft und auf der anderen Seite gibt es Sie, Sie gehen auf Ihre Art damit um, sehr ruhig, den anderen berücksichtigend, aber Sie kämpfen. Das rechtfertigt nichts davon, ich weiß nur, dass ich wieder einen wunden Punkt getroffen habe, dass ich wieder recht hatte. Und wenn man es von der puren wohlwollenden Seite betrachtet? Auch dann ist es nicht gerechtfertigt. Sie kämpfen, die andere Person ebenso, aber Sie tun dies auf unterschiedlichen Ebenen. Da sind nicht zwei Schritte dazwischen, sondern Kilometer. Wir reden über das Konzept von kaputten Seelen und sprechen wieder über den Begriff Gesundheit. Ich merke, dass Sie stolz auf meine Fortschritte ist, ich merke, dass mich das Grundthema nicht mehr so trifft wie noch vor ein paar Wochen, wie damals in der Klinik. Die Tasse, die ich an die Zimmerwand schmiss. Irgendwann ist gut, sage ich, ich lasse mir meine Mündigkeit nicht nehmen und mir irgendwelche Sachen sagen, die nicht stimmen, die ich auseinandernehmen kann. Sie nickt, aber mein Schuldgefühl ist noch da. Ob das jemals weggehen wird? Lassen Sie sich ein paar Fragen durch den Kopf gehen: was hätten Sie anders machen sollen, können? Würden Sie etwas anders machen? Haben Sie sich etwas vorzuwerfen? Nichts, nichts, nein. Ich trete einfach nicht auf Menschen drauf, die am Boden liegen. Allgemein: ich trete nicht auf andere.  Ich wünsche mir für den anderen immer das beste, Gesundheit vor allem, Zufriedenheit und ein hohes Selbstwertgefühl. Aber immer die verqueren Auffassungen von Respekt. Ich sage ihr, dass ich etwas lachen musste, als ich mir das durch den Kopf habe gehen lassen. Es gibt Menschen, die keine meiner positiven Eigenschaften kennen und mich trotzdem kennenlernen wollen und dann gibt es den Gegenpol, der alles kennt und nichts davon schätzt. Sie nickt. Alles, was Ihnen gut tut. Ja, mir geht es gut und das steht auf meiner Prioritätenliste sehr weit oben.

Ich erzähle ihr von ein paar weiteren Begebenheiten der letzten Woche und wie mich das irritiert hat und gefreut; wie sich die Uni angefühlt hat, das Warten auf meine Note. Das Versprechen, ihr zu zeigen, was bei den Fotos herausgekommen ist. Sie wird zu Therapieende ein kleines Buch von mir bekommen mit Aufnahmen. Weil ich etwas zu spät kam, ist die Sitzung kürzer als sonst, Aufstehen in der Sonne, zu Hause kann man den Sommer schon riechen. Den Park, irgendetwas mit Bratwurst, nasses Gras. Zu guter letzt schätzen wir mein Selbstwertgefühl auf einer Skala von null (nicht vorhanden) bis zehn (übermäßig, beinahe schon gefährlich gut), ich sage siebenkommafünf bis acht, sie freut sich. Vor einem Jahr hätte ich nullkommafünf bis eins sagen müssen. Alles wird gut, aber das artikuliere ich nicht laut. Ich will raus, in die Sonne.
Vor dem Haus dann erwischen mich die Böen so wie in Timmendorfer Strand im Januar und ein bisschen schwingt die Wehmut mit; der letzte Frühling, Sommer hier und obwohl ich es nicht abwarten kann, endlich wieder hier wegzukommen, gibt es ein paar Menschen, die mir fehlen werden. Seine Familie sucht man sich letztlich selbst zusammen.

sun hands

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Berlin, Februar / Dresden, April

Und dann fehlen mir auf einmal die Worte und ich weiß nicht, ob das gut sein kann. Ist es wohl nie, ich lebe durch sie.
Bücher von M.W. und C.W., wie meine Mutter immer sagte, sie könne C.W. auf den Tod nicht ausstehen, ob sie sich ihr Vorwort zu Guten Morgen, du Schöne je durchgelesen hat, ob sie jemals ein Teil dieses Buches sein wollte? Was man wohl über ihr Leben erzählt hätte, M.W. sieht etwas aus wie sie auf dem Bild auf dem Deckblatt, meine Großmutter so wie C.W. und die Worte, wie fühlen die sich an?

Es ist Zeit für einen inneren Frühlingsputz, andere nennen es wohl Exorzismus.