I cut my fingers on the way

Untitled by smallcutsensations

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im nachgang bemerken: das ist wohl die fortsetzung von belvedere, abgestanden
hier ein teil eines teils
Die Beklemmung frisst sich durch die Adern mitten ins Gehirn hinein; in einer anderen Hülle wärst du vielleicht auch für dich selbst endlich ein schöner Mensch, eventuell könntest du es dann auch schaffen, aufzuhören, all den Ballast, den du täglich mit dir herumschleppst, in dich hineinzufressen, sodass du nicht mehr die aufgeblähte Idee einer Person bist, die andere von dir haben, sondern dass du deine eigene Vorstellung von dir selbst bist. Macht das Sinn?
Menschen laufen an uns vorbei, dein kleiner VW Polo glänzt im Hintergrund in der Sonne.
Früher hatte ich nie Probleme, sagst du und fühlst nach, ob der Kloß in deinem Hals, der Druck auf deiner Brust noch vorhanden ist. Es gab einfach ein Wort, nach dem ich mich gerichtet habe, dazu brauchte ich noch nicht einmal die Meinung anderer, du zögerst einen Augenblick und ertappst dich dabei, dir eine Frage zu stellen, die ich nicht einmal in meinen Gedanken ausformulieren könnte.
Angst tobt jetzt zwischen den Augen, möglicherweise ist das auch eine Vorahnung, ein Vorgeschmack auf Erkenntnisse, die eigenen Verfehlungen, der Wunsch nach dem Untertauchen im Ich; den Menschen gibt es nicht als U-Boot, Sozialphobie in milder Form, man weiß nicht genau, worüber man hier eigentlich spricht; lange Sätze, Imitationen längst verstorbener Meister der Sprache.
Ich war anspruchslos, versuchst du mir zu versichern, es funktioniert nur bedingt, kalt zieht es ebenfalls aus deiner Richtung. Das führt zu nichts, du trinkst einen Schluck Chai Latte und wischst dir danach die Mundwinkel mit dem Handrücken ab, so etwas wie hier hat noch nie zu etwas geführt.
Wut, kompensiert in pulsierenden Schlagadern, das unkontrollierte Pochen an Schläfe, Hals und den Handgelenken, das sich schwer abdämpfen lässt; innerer Schlaf in Embyronalstellung, eingekugelt in Ikea-Bettwäsche, die man auf allen Fotos wiederfindet, der Griff in Richtung Bettkante, der Boden weit entfernt, doch in erreichbarer Nähe, immer diese Muster vor den Augen – Varianten eines Konzepts, das sich quer durch dein Leben hangelt.
Hast du dich eigentlich jemals richtig mit dir auseinandergesetzt, werfe ich ein und wärme mir die Hände an dem Rest Tee, der die Tasse, in der er ist, früher so erwärmt hat, dass man sie nicht anfassen konnte.
Jeden Tag, gibst du zu bedenken, sonst hätte ich nicht das, was ich besitze in meinem Auto. Du deutest wieder gen Kleinwagen, gen Kreuzung, gen Weg zum Autobahnzubringer.
Und was ist dabei herausgekommen, Fragen, fehlende Antworten und vor den Kopf gestoßene Menschen. Es mag für dich ja in dem Moment logisch gewesen sein, für mich und andere aber hat das nie irgendeinen Sinn gemacht.
Dann redest du von Freiheitsdrang, von dem Wunsch, endlich das tun zu können, was du willst, von dem Wunsch, zu den Dingen zu kommen, die auch für dich von Wert sind. Irgendwann haben mich nicht mal die Hilferufe von Eltern berührt, deren Kinder weggelaufen sind oder schlimmeres. Nach mir hätte auch keiner gesucht.
Ich nippe am letzten Rest Hagebuttentee ohne Zucker, fahre mir durch die Haare und bin überrascht vom festgefahrenen Miteinander zwischen uns. Die Grundidee war Klärung, keine indirekte Anklage wegen eventueller Wahrscheinlichkeiten im Vermutungsmorast, trotzdem sind wir beide hier angekommen. Meiner Mutter bin ich wohl doch ähnlicher als ich immer dachte, diese bittere Medizin bekommt mir ganz und gar nicht. Wie kannst du dir da so sicher sein, will ich wissen.
Bis vor einigen Monaten kannte ich euch ganz gut, aber dann ist der Knoten geplatzt. Merkwürdige Menschen gibt es überall, ihr habt mich erdrückt. Mit wem hätte ich den reden sollen? 
Mit Sicherheit kann ich sagen, dass du das Gespräch faktisch als beendet betrachtest, keine Chance, keine Möglichkeit, mit dir zu kommunizieren. Du warst ja auch nie da. Da kann man gar nicht mit dir sprechen, meine Stimme zittert leicht.
Enttäuschung, die Erkenntnis darüber kommt in Schüben, man stelle sich mal all die Krankheiten vor, die wir haben könnten: Multiple Sklerose, Thrombose, Morbus Sudeck, alles könnten wir vergessen in einer Demenz, nichts wäre dann noch von Bedeutung, aber das würde ich mir kaum wünschen. Angst ist das, Angst vor deinen Wünschen, festgesetzt in den Fingerkuppen.
Was für eine einfache Haltung zu allem du hast, deine Stimme bröckelt gen Unhörbarkeit, ich glaube, du solltest gehen.
Ich rühre in meiner leeren Tasse herum und tue so, als hätte ich nichts gehört. Der fremde Mann mir gegenüber, er durchdringt mich mit seinem fragenden Blick, fordert mich heraus, versucht, mich ohne Worte lesen zu können. Menschen, die ihm einmal etwas bedeutet haben, weggewischt in Richtung Bedeutungslosigkeit.

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so he threw them all far into the sea

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auf meinen haaren noch vereinzelt asche und der geruch von haarspray, auf meiner haut der von äpfeln und sommer und ein wenig grill, dabei ist es erst ende april und mein monat hat noch nicht begonnen. new york ist noch einige tage entfernt: zweiunddreißigstunden geburtstag, meine uhr tickt, mensch, du wirst schon vierundzwanzig, wie die zeit rast – gestern hast du noch auf meinem schoß gesessen und geschrien, dass du nicht schwimmen lernen willst. unbelichtete filme, die sich stapeln, leerer koffer, ich verwechsle new york mit london, wenn ich von meiner reise erzähle. dabei will ich nur mehr und meer und großstadt atmen. bringt mich nach hause, wo auch immer das auch sein mag.

lonely boy, where do we go
I’m stuck believing on the other side

my timekeeping heart

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diese straßenbahnfahrten
ich mag das eigentlich lieber im zug
all diese merkwürdigen linien vor den augen
dabei bin ich doch eigentlich immer nur zu spät 

Die Luft dampft müde vor sich hin, der Geruch von Sommerregen zwischen all den kurzen Hosen und flachen Schuhen, vereinzelt nur Regenschirme. Ich fahre durch die Straßen, im Hintergrund Kindergeschrei und der alles durchdringende Geruch von Fischbrötchen und Bratfett. Die Fahrräder rauschen ebenso vorbei wie die geöffneten Türen zu den Hinterhöfen. Mein Griff nach den Haaren wirkt wohl leicht fahrig, interessiertes Nachschauen und Leute, die Bücher lesen. An meinen Fingernägeln klebt noch ein Unrest rot, Erinnerungen an Nächte, als die Hände noch um Cocktailgläser geschlungen waren. Die Einsicht, dass ich nichts mehr so recht ins Gedächtnis rufen kann, alles ist in Kurzform abgespeichert, bereit, in ein paar Wochen verarbeitet zu werden. Neben mir ein Auto, dessen Fahrer bedächtig mit den Fingern gegen sein Lenkrad klopft. Es passt zu dem Klopfen in meinem Ohr. Neben mir Menschen, die die Beine ständig anders übereinanderschlagen, das Gefühl fehlender Dauerhaftigkeit.
Du bist weg, sagst du, du reist, auch wenn du noch nicht genau weißt wohin. Ausstieg Leben, Zerstreuung, ähnlich vorbeifahrende Landschaften, an anderen Orten andere Menschen. Gespiegelte Bewegung, Knirschen von Zeitungen, unendlich oft zusammengefaltet. Am anderen Ende des roten Fadens wohl ähnlich lesende Leute, nur mit anderen Gesichtern mit anderen Gedanken in anderen Sprachen.
Dann hört es alles schlagartig auf. Nächster Tag, das Licht am Morgen so weich, dass sich der Körper, die Haut, hineinlegt, als wäre es die warme Bettdecke. Erinnerungen an ein Aufstehen ohne hell und mit künstlichem Licht, Tage ohne das Klappern der zu lockeren Fahrradverkleidung, die Augen müde vor unabdingbarem Schlafbedürfnis, das sich so tief in die Knochen gekerbt hat, dass man sich gar nicht mehr an Wochen erinnern kann, in denen es nicht so war.
Verbiesterte Gesichter auf den Wegen von A nach B, du wirst noch schlafen, Menschen umgeworfen beim abrupten Fahren um Kurven, in meinem Kopf verbinde ich all die Leberflecke auf meiner Außenhülle zu Figuren, Schattenmalen, ein Ankämpfen gegen mein ganz persönliches Vergessen. Viel zu lernen, wenig Zeit, abgestandene Existenz, der Kaffeesatz im eigenen Kopf, der gelegentlich nicht verschwindet, wenn man an ihn denkt, der, der Bilder formt.
Wo sind all die selbstlosen Menschen hin, frage ich mich, wo hält man sie versteckt, wieso zeigen sie sich so selten. Diskrepanz zwischen Wissen und Tun. Immer wieder dieselben Leute auf meiner Fahrt nach Hause.
Mittagstisch ab 17 Uhr, welch Ironie, schon wieder Kindergeschrei, das übermäßig laute Brummen von Elektrizität, ähnlich vibrierend wie die Pollen, die durch die Altbauschlucht ziehen. Plötzlich ein undefinierbares Gefühl der Beunruhigung. Ich hoffe, es geht dir gut.
Fahrt über den Fluss, wieder mal schreiben, aufschreiben, verschreiben, der Blick durch das Fenster, die braunen Haare brennen im Morgensonnenlicht, am Wasser sitzen sie schon mit, auf, in ihren Decken, vielleicht auch immer noch. Antiquierter Sandstein, die Rapsfelder glühen dezent im Hintergrund. Türen öffnen, schließen sich, auffällig unauffällig – wieder ein paar Minuten vorbei, kurze Wege, Fragen nach dem Weg wohin, der Stachel in der Motivation.

hounds of love

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ein fragment

gelegentlich hoffe ich, du wirst kommen, um nach dem rechten zu sehen, um zu schauen, ob meine blumen noch genügend wasser haben, ob ich genug gegessen habe und ob der briefkasten nicht überläuft. vielleicht hinterlässt du dann sogar eine zeitschrift, eine kleine notiz und eines meiner lieblingsbücher, eins von denen, die du du dir vor jahren von mir ausgeliehen, aber nie zurückgebracht hast. du könntest die fenster schließen, die seit tagen offen stehen, in die der staub hineingerieselt ist; staub von der straße, pollen von den bäumen ein paar meter unter allem, dreck aus anderen städten.
ich habe es dir doch gesagt, könntest du mir ins ohr flüstern, ein paar sekunden bevor du mir das bettlaken richtest und eine tasse tee neben mein bett stellst. du würdest wahrscheinlich einen becher waschmittel in die waschmaschine kippen, sie starten und von dingen erzählen, die die welt bedeuten. vielleicht wartest du dann auf meine antworten, sprichst so schnell, dass niemand folgen kann, eventuell aber redest du dann doch überhaupt nicht. manchmal erwarte ich, dass du dich durch meine gedanken summst, wie eine melodie, die man nicht vergessen will, doch dann stelle ich fest, dass nur ich dich so in meinem kopf behalten kann. so wie die erinnerung an licht, das ich vor jahren gesehen habe, sich in meine netzhaut gebrannt hat.

I’ve always been a coward
And I don’t know what’s good for me

let you taste the texture of my blood, lacking iron

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wenn temporäre glücksgefühle von sonnigen tagen einen doch irgendwie so fesseln, dass man halb gelähmt zum gleichen ergebnis kommt wie beim gefühlsgegenteil. ich bin nicht nur schmerz und leid und das schwarze loch in meinem kopf. bin warm, hell und das lächeln im hinterkopf anderer, lache gern, lache viel, lache mit anderen. ich bin ruhig, sehe meinen augen zu, wie sie ihre farbe wechseln, im frühjahr grün-grau, im herbst blau-grau, leben und sterben manifestiert in der iris.
oft und gerne halte ich mich an begebenheiten fest, die lange zurückliegen, schreibe über sie, erinnere sie, erlebe sie immer wieder. ein sommer in hamburg, gerade achtzehn jahre alt, die eltern gehen immer als pärchen, manchmal hand in hand, über die straßen. in der ubahn ersticke ich fast an einem mentholdrop, deswegen eine kleine panikattacke; wir fahren kreuz und quer durch die stadt und riechen uns durch den hafengeruch in richtung landungsbrücken. ein schwenk durch den park, wir stehen im grün, die eltern sitzen auf einer bank. ich laufe durch den rosengarten und kämpfe gegen meine sonnenallergie, nichts sehen vor lauter licht, der griff zur kamera. über mir viel grün, der wind rauscht, mir ist warm. meine eltern rufen nach mir, es ist zu warm, schritte zurück, vor meine füße fällt ein stückchen braun, ein entferntes schreien, das sich in meine ohren brennt. ein nest, ein vogel, der baum über mir jetzt leer, ein vogelpaar, das nach seinem jungen sucht. der parkwächter, der mir sagt, lass das vieh doch verrecken, ich glaube, er meint das nicht so, er schüttelt den kopf und sagt mit melodisch schwingender stimme, das vieh ist schon verschmort, wenn du wiederkommst. resignierter gang zurück zum schreien in der sonne, jetzt leiser. meine eltern, die mich weiterziehen, mich hat das sehr getroffen. heruntergefallene nester, merkwürdig schlechte erinnerungen. als wäre ich gelegentlich auch so ein vogel, der aus dem nest gefallen ist. einer, den man in der sonne zurücklassen wollte, diffuse assoziationen.

ich bin nicht nur schmerz und leid und das schwarze loch in meinem kopf. ich bin warm und hell und kann ruhe streuen. dafür brauche ich einen ort mit viel licht, einen, den ich spiegeln kann. morgenlicht, blaue stunde, abendlicht, die verirrten weißen punkte, die über die netzhaut tanzen. das licht in dem ich sitze, mag ich zu gerne teilen, nur setzt sich niemand zu mir. menschen, die die tür aufmachen und in mein leben treten wollen, die, die sich herantasten, die, denen ich oft nichts entgegnen kann, weil ich nicht weiß, wie ich sagen soll, dass ich sie gerne in meinem leben haben will. weil sie mir gut tun, weil ich sie ganz gut in meinem leben gebrauchen könnte, weil ich positive reibungspunkte will, weil ich im herzen ein bisschen brennen will. um innerlich zu wachsen, um eine runde mein leben zu teilen. dann oft dieses misstrauen, die vermutung: das ist alles nur ein trick. wer sollte schon in meinem leben bleiben wollen, wenn er das schwarze loch in meinem kopf gesehen hat? meine oberannahmen müssen ausgemergelt werden. ich bin warm und hell und kann oft mehr geben, als ich bekomme. alles zu seiner zeit. every heart I ever met pulsates through my veins.

there used to be giants here

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sie waren bestimmt auch alle so irritiert, früher, als das wohl anders ablief. bin innerlich abgespannt. die fehlende erinnerung an etwas, das sein kann oder auch nicht, müdigkeit von zu wenig schlaf und zu vielen versuchen, dinge machen zu wollen, an denen ich scheitere. unannehmlichkeiten für andere, mein kleines bisschen trost, da in dem hellblauen moleskine oder dem roten oder in den worten, die ich ab und zu erneut lese, um mich ein wenig aufzuwärmen. schreiben als therapie, schreiben als bestandteil meines selbst. glaube mir, ich hoffe auch, dass es hilft, dass es auch dir helfen und gut tun kann.
der antrieb, der sich austrickst, weil er nichts anderes kennt. nachdenken über alles und die abstände zwischen einatmen, ausatmen, menschen und meinen kalten händen. mein fokus liegt auf innerlichem gesunden. und deiner?

we try our best

gentle impulsion

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Du nimmst eine Biografie aus dem Regal, ein dünnes Bändchen von Suhrkamp, blätterst mit gelangweiltem Blick durch die ersten zehn Seiten, liest hier einen Satz, da einen Abschnitt. Erst dann wird dir bewusst, was für ein Mensch da beschrieben wird. Du stellst das Buch zurück ins Regal, beinahe an den richtigen Platz, und nimmst ein neues Leben in Papierform in die Hand. Als wäre es langweilig, in den Existenzen anderer herumzulesen, wiederholst du dieses Prozedere mehrere Male, bis du schließlich mit einem Gähnen aufgibst und mit wissenshungrigem Blick auf dein Telefon starrst. Du weißt schon, so wie die Leute, die am Morgen ihre Tageszeitung aus dem Briefkasten holen und noch auf der Stufe vor der Haustür anfangen zu lesen.
Und dann ist da dieses dicke Heftchen von Reclam, wie es in deine Hand gelangt ist, weißt du schon gar nicht mehr; das musst du alles intuitiv gemacht haben, im Tran, da vor dem Schullektüreregal. Wikipedia auf einem Bildschirm zu lesen war dann doch etwas anstrengend; immer diese Schmerzen in den Augen, verwischte Wimpern, Tränenflüssigkeit. Vielleicht ist es aber auch nur die Schwere der kleinen Literaturgeschichte in deiner Hand, grün brennt sie sich in deine Handfläche, so wie Hoffnung in manch anderer Menschen Herz, und du fragst dich, was an dieser Geschichte jemals klein war außer den Buchstaben in den Fußnoten und dem, was man sich davon im Kopf behalten wird. Ignoranz, ein kaputterinnertes Langzeitgedächtnis, der Geruch von gegorenem Bratfett vom Schnellimbiss gegenüber: morgen ist auch ein Tag.

//

wir stehen hier schon eine weile, die lichter der autos im dunkler werdenden verkehr rauschen in zeitraffergeschwindigkeit an uns vorbei. du hast die fahrertür leicht geöffnet, etwas abendluft fließt durch den spalt in meine nase, es gibt keinen staub mehr, den ich sehen kann.
und sonst, frage ich, damit ich dir nicht weiter beim weinen zuhören muss, ohne untätig zu sein, und sonst, was hat das leben mit dir gemacht?
als hättest du nur darauf gewartet, dass ich dich so anspreche, deine wangen müssen doch schon fast salzig schmecken, ein blick voller wut und unverständnis. im radio sprechen sie wohl von unwetter, das passt ganz gut, ich kann das donnergrollen, das sich in deinem inneren spiegelt, schon fast greifen. ein dunkles erinnern an die golden glänzenden haare in der untergehenden sonne, ein glanz von vor einer viertelstunde, längst vergessen.
was soll es schon mit mir gemacht haben, alle sind weg und ich bin noch hier und du bist ein anderer mensch, beinahe so, wie du es vermutet haben musst, wir haben zu viel fahrt aufgenommen und darüber sprechen können wir nicht mehr. im ohr ist irgendetwas gekappt, es klackt vor sich hin, ein wenig herzschlag, mein puls in deinen händen. nie gesagt.
zugeschlagene tür, du drehst den schlüssel wieder gen zündung. noch tropft es auf deine beine, du wischst das lenkrad sauber mit einer armbewegung, die so aussieht, als hättest du sie lange eingeübt; ich weiß nicht, was du eigentlich von mir willst.
ein umgelegter schalter, die beklemmung, die sich in die sehnen frisst, leere augen beim blick in den rückspiegel. vielleicht bist du auch schon lange nicht mehr hier.