Windbergfest

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In der Stadt, in der das Haus meiner Eltern steht, gibt es Anfang September ein Herbstfest mit Feuerwerk und Ballonglühen. Meist gehen meine Eltern und ich nur hin, damit sie jeweils eine Bratwurst essen können, ich ein Crêpes, um uns dann besagtes Feuerwerk und besagtes Ballonglühen anzuschauen. Und während sich dann die meisten Leute dieses eigentlich sonst unspektakulären Kleinstadtfestes in einer Stadt, die eigentlich nur eine Durchgangsstraße ist, betrinken, gehen wir schon nach Hause und trinken dort meist noch ein Glas Wein. Ohne Kälte.
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i knock on your skin

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an impalpable kind of pain lingers in my veins, still
schwarze löcher, in die man von zeit zu zeit hineinrutscht. bilder von menschen, die mir einmal viel bedeutet haben und mit denen mich kaum noch etwas verbindet, selbstverschuldet. gelegentliches anknüpfen an altes. menschen kommen, menschen gehen. aber aus dir, allein aus dir, wurde ich wirklich nie schlau.
übergänge. du gör mig ledsen. fortfarande.
01 boy – little numbers; 02 teen daze – let’s fall asleep together; 03 björk – virus; 04 twin sister – daniel; 05 we trust – time (better not stop); 06 electrelane – at sea; 07 the philistines jr. – hell no! we won’t go!

i tried to forget you

sans sentiment

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zu schade, dass ich kein steinklotz bin
vielleicht würde das alles etwas einfacher machen
immer dieses heimweh nach einem ort, an dem man nur
zu besuch sein kann, nur zu besuch
nach menschen, die einen kennen, kannten, kennen werden
nach denen, die zugesehen haben, wie man aufwächst
nach diesem gefühl, das ich habe, wenn ich an der themse stehe

aber jetzt: ernüchterung, so wie das loch, in das man fällt, wenn man seufzt

ich bin wieder zurück aus dem urlaub
ich will hier wieder weg
wegen dem, was wieder droht
wegen dem, was mir dieses jahr schon oft das herz zermartert hat

sans sentiment
(schön wärs)

238 fotos aus dem dm abgeholt / bis ich meinen scanner zurückhabe, als platzhalter etwas digitales

gatwick

ich sitze unter dem flughafenfernseher. in meinem rücken, auf meinem hinterkopf, das geräusch von krieg, unterlegt mit einer ruhig erzählenden stimme im bbc englisch. received pronunciation, dazwischen halbherziges englisch der menschen, die der brite mit der ruhigen stimme interviewt; es keimt die frage auf, ob der mann mit dem altmodisch klingenden akzent sich dessen bewusst ist, dass er und die leute, die er befragt, jeden moment erschossen werden können, das würde dann also auch live im fernsehen übertragen werden, reisende würden zu direkten zeitzeugen, dann die frage, wie das wohl gewesen sein muss, als zweitausendfünf die bomben hochgingen, dieser schock und ab dann immer dieses komische gefühl, das mitfährt, jedes komische ruckeln, jeder laute knall; man erinnert sich an den dritten jahrestag, bus vorm arbeitsplatz, ein lauter knall und panisch schreiende menschen, die zu einem gerannt kommen und um hilfe bitten. ein motorschaden, ein prägender moment. wie muss das für die leute sein, die damit arbeiten? jetzt komisches lachen am bildschirm, eine frau mit einer aufgeregten stimme, sie erzählt über die schwierigkeit, den richtigen partner zu finden, gegenüber riecht es nach butterbrot, eine russische dame fährt mit ihrem koffer über meine füße, in meinem hinterkopf jetzt hysterisches lachen, der kommentar, dass der westen reichtum bedeutet, dann wieder die betonung wie schwierig das doch sei mit der partnersuche – mir soll man da mal etwas davon erzählen – und jetzt ziehen sie sich gegenüber die schuhe aus: hässliche fußsohlen; draußen beginnt es zu regnen. london is sad to see you leave. kinder, die lachend umherlaufen, der unfassbar laute fernseher über mir, immer neue nachrichten, noch eine rezession, menschen stehen auf, aber sie bekommen nur etwas gesagt, was sie eigentlich schon glauben zu wissen, zumindest sagen das ihre gesichtsausdrücke und ihre geldbeutel, man merkt, wie manche von ihnen schauen, ob er noch in der jackentasche ist; viele kümmern sich aber nicht darum, schließlich sind sie reisende, sie müssen es nicht, sie sind nicht mit dem land verwachsen: menschen in transit.

I don’t want to run, I don’t want to leave

was distance moon
and the smell of home
— haunting me*
mal wieder interessant zu sehen, wie sehr man sich doch einreden kann, dass man sich an einem ort zu hause fühlt. einen, den man zu hause nennt, weil man dort wohnt. aber es heißt nicht umsonst: home is where the heart is. wahrscheinlich war ich auch immer auf der falschen seite des raums, zwei mal acht, vor den fenstern lärm von viel zu lauten bussen, instabile etagenbetten, ein bisschen persönlichkeit, meine zwei quadratmeter raum. packen für das zurück, gefühlte zehn tonnen bücher. received pronunciation hat sich um mich gewickelt wie ein fleecehandtuch, wie etwas, das schon immer so war. da vermisst man dieses merkwürdig vertraute gefühl von melancholie, das sich dann aber doch wieder das rückenmark hochfrisst und im kopf stecken bleibt. ich will nicht zurück. diese stadt hat irgendetwas. etwas, das mich daran erinnert, wie man auch hunger hat, dinge zu erleben. leben.
ich komme wieder zurück zu all dem krach und dem schmutz und dem staub, zu den manchmal komischen menschen, zu den leuten, die freiwillig in kleinsten wohnungen leben und trotzdem hohe mieten dafür bereit sind zu zahlen. £499000 für eine zweiraumwohnung in leigh street. den ersten Pfund dafür habe ich schon dafür in der tasche.
bis dahin. bis nächstes jahr. bis mich die sehnsucht wieder antreibt.
participate. socialise. be more human.
* Little Dragon – Blinking Pigs

so you learned

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(St. Pancras Parish Church)

St.-Giles-in-the-Fields. (hier)

Wer bin ich, wenn ich nicht auch mal für mich sein kann, wenn ich noch nicht mal das Rasseln des vorbeirauschenden Verkehrs ertragen kann, ohne mit der Wimper zu zucken, ohne innere Unruhe. Stille als Geschenk, Einsamkeit als Tugend; draußen Dinge erleben, innen Dinge verarbeiten, diese vor sich zu Papier bringen. Auf dem Papier verdauen, im Ohr Musik oder Stille oder Stadtgeflüster, vor den Fingerspitzen ein Stift, festgekrallt, eingekeilt. Tempo herausnehmen, warten, ansetzen zur nächsten Runde Spaziergang, Akklimatisierung, der Verlust des kollektiven Gedächtnisses. Vielleicht war das aber auch der Schock von damals, der Schock von dem ich mich noch erholen muss. Da wird man ganz sentimental, während der Wind über die Nieren streicht, mir meine innere Uhr sagt, dass es Zeit ist, weiterzugehen.
Vom Sonnenlicht durchtränkt, die Schatten kommen wieder, lassen das Licht tanzen; Wind, Licht, Schatten, leichtes Frösteln, umherfahrende Hände, die die UV-Strahlen der Umgebung aufsaugen, im Hintergrund ein wenig Klavier.
Zusammengeklebte Sätze, die nicht unbedingt funktionieren müssen, überwältigende Gefühle, wann auch immer sich Personen von mir entfernen, da wird komischerweise auch die Handschrift kleiner, delikater, fast so, als würde man sich wünschen, dass das alles, alles aufgeschriebene hier, irgendwie verschwinden möge. Arbeit als Vorteil, Entschuldigung, sich in den Park zu setzen und nichts zu tun. Und wie diese Menschen mich dann anschauen, jemanden mit Stift und Papier, so, als hielte man eine Bombe in der Hand, gelegentlich erinnert der Blick nur an einen Albtraum, den wohl jeder schon erlebt hat: nackt in die Schule oder zur Arbeit kommen. Was auch immer. Was auch immer mir dieser Blick mitteilen soll (Interesse, Unglaube, Abneigung), er ist pure Verschwendung.
But then – where are your friends tonight?
Roof Garden Café & Bar. (hier)
Maschinen gen Heathrow im Halbminutentakt. „Every Day Is A Good Day“ von John Cage Ausstellung, Kunststudenten mit riesigen Moleskines, um die Ausstellung analysieren zu können, Kopien der an den Wänden hängenden Bilder. Delikat, filigran. Patisserie Valerie mit wunderschönen Auslagen, Bloomsbury, Gower Street. Bisher jeden Tag ein Mensch, der mich auf meine Kamera angesprochen hat, Neuseeländer, Hannoveraner, Südafrikaner. Gespräche über Kunst und Studium, beiläufig, zufällig, angenehm, ob diese Menschen auch manchmal zurückdenken werden an die Begegnung oder das Gespräch? Überschneidungen, Berührungen, die Geräusche dieser Stadt.
Noch mehr Flugzeuge. Wo gehen all diese Menschen hin? Der Gedanke an vollbesetzte Boeing 737-800 und Airbus A380 Maschinen. Riesenvogel, Millionenstadt, Rollbahn; Menschen angesiedelt an lauten Verkehrsadern, hohe Mieten, etwas Gestank lungert an den meisten Ecken im Zentrum, tiefbraunes Wasser, ewig laute Busse, das monotone Rattern von Maschinen. Hintergrundszenarien, kaum bemerkbar, außer man nimmt sich aus dem Kontext heraus. Und wahrscheinlich ist es das, was den Unterschied ausmacht: sich herausnehmen. Wo man lebt, macht man das etwas zu selten. Der Druck, irgendwo hingehen und irgendwo ankommen zu müssen.
Neue Serie: Blick nach oben. Himmel, Architektur, Hauswipfel.